Frankreich: Mittelmeerküste

Das Mittelmeeer

Fischerboote im Hafen von Cannes
Fischerboote im Hafen von Cannes
Angler im Hafen von Cannes
Angler im Hafen von Cannes

Das Mittelmeer wird nicht nur in Frankreich sehr geschätzt als Erholungsgebiet in dem man hervorragend schwimmen und relaxen kann. Es hat jedoch deutlich mehr zu bieten als Sonnenbaden. Der Angler findet hier vielfältige Möglichkeiten, seiner Passion nachzugehen, vom Ufer aus gibt es eigentlich immer ein Plätzchen, wo die Angel ausgeworfen werden kann.

Allerdings sollte man genau wissen, wo man seine Angel auswirft, um Erfolg zu haben. Das Brandungsangeln am Mittelmeer ist eine besondere Herausforderung. Mehr als anderswo hängt der Fangerfolg von der richtigen Angelplatzwahl, von feinem Geschirr und der richtigen Angelmethode ab.

Brandungsangeln am Mittelmeer

Bevor Sie loslegen, machen Sie einen gemütlichen Strandspaziergang und schauen sich das Wasser genau an. Die Wasseroberfläche verrät vieles über die Struktur unter Wasser. Sie können mit wenig Übung die Spuren lesen und sich so ein Bild der Bodenstruktur machen. Jede Fischart hat seinen bevorzugten Standplatz, d.h. Sie sehen schon an der Wassseroberfläche, welche Fischarten Sie hier erwarten können.

Wolfsbarsche, Doraden, Seezungen, Langusten, verschiedene Austern, Muscheln, Meeresschnecken
Wolfsbarsche, Doraden, Seezungen, Langusten, verschiedene Austern, Muscheln, Meeresschnecken
Foto: Jürgen Rupp

Schimmert die Wasseroberfläche hell und leicht grünlich, können Sie darunter sandigen Untergrund erwarten. Auf Sandboden finden Sie Plattfische und Marmorbrassen.

Sehr helle Streifen an denen sich Wellen brechen und schäumen sind sehr flache Stellen, Kämme von Sandbänken. Hier jagen Wolfsbarsche, Gabelmakrelen und Steinbutte.

Einzelne dunkle Flecken weisen auf Felsen unter Wasser hin. Rund um diese Felsen fangen Sie Geißbrassen und Doraden.

Weitläufige dunkle Bereiche zeigen Bewuchsstellen an, d.h. hier sind größere Beete Wasserpflanzen, die vielen Fischarten Schutz und Nahrung bieten. Plazieren Sie den Köder auf dem Sandboden nahe der Pflanzen, er ist so nahe beim Fisch ohne Hängergefahr.

Eine Zone mit leicht dunklerem Wasser als in der Umgebung läßt auf größere Wassertiefe schließen. Hier finden Sie ein Loch oder eine Rinne in der sich größere Fische wie Adlerfische, große Doraden und Rochen aufhalten.

Gerät und Montagen zum Brandungsangeln am Mittelmeer

Meeräsche im Hafen
Meeräsche im Hafen
Foto: Jürgen Rupp

Wählen Sie die Brandungsrute für das Mittelmeer mit Bedacht, sie muss einerseits die oftmals zarten Bisse anzeigen und andererseits Gewichte von 100 bis 150 Gramm werfen können. Sie bekommen heute moderne Brandungsruten mit einem kräftigen, harten Blank und einer weichen und sensiblen Spitze. Wenn diese Brandungsrute zwischen 3,90 und 4,50 Meter lang ist, haben Sie schon ein wichtiges Teil Ihrer Ausrüstung. Wählen Sie die Länge so, dass Sie optimal damit klar kommen, die Gegebenheiten vor Ort stellen keine besondere Anforderungen vor Ort an die Rutenlänge.

Sind Sie in einer Gegend unterwegs, wo Sie mit Gewissheit keine Strömungen erwarten, können Sie die Ausrüstung auch deutlich leichter wählen. Dann reicht Ihnen eine Brandungsrute mit einem Wurfgewicht von 30 bis 80 Gramm vollkommen aus. Wenn Sie keine Brandungsreute kaufen möchten, nehmen Sie Ihre Feederruten vom Karpfen- oder Barbenangeln

Als Standardrolle nehmen Sie am Besten eine Freilaufrolle mit, damit die Fische ohne Widerstand abziehen können. Die Fische im Mittelmeer sind sehr vorsichtig, dem müssen wir in allem Rechnung tragen. Wenn Sie gut mit der Multirolle umgehen können, können Sie die natürlich auch nehmen.

An den meisten Angelstellen und für die meisten Fischarten reicht eine 0,25 monofile Hauptschnur vollkommen aus. Sind größere Fische zu erwarten oder müssen Sie gehakte Fische aufgrund der Gegebenheiten (Felsen oder Bewuchsfelder) härter drillen, können Sie bis zu einer 0,35er Hauptschnur gehen.

Anstelle der monofilen können Sie auch eine geflochtene Hauptschnur nehmen, 0,10 bis 0,15 Milimeter reichen da vollkommen aus. Achten Sie aber darauf, dass Sie damit nicht in felsigen Gewässern angeln, da die Geflechtschnur deutlich empfindlicher auf Abrieb reagiert.

Die Vorfachstärke schwankt recht stark: bei kleineren Fischen auf normaler Distanz reicht ein 0,18er bis 0,24er Vorfach, bei größeren Fischen und größerer Distanz gehen Sie auf ein 0,20 bis 0,26er Vorfach.

Viele Fische im Mittelmeer sind nachtaktiv, d.h. dass Sie in der Nacht sehr gute Fangchancen haben. Die oben genannten Schnurdurchmesser sind für das Angeln bei Tageslicht bemessen, in der Nacht dürfen Hauptschnur und Vorfächer auch ein wenig dicker sein, da die Fische die Schnur dann nicht so gut erkennen können.

Als Köder können Sie sich im Angelgeschäft Seeringelwürmer kaufen oder eine andere der vielen angebotenen Wurmarten, Sie können aber auch auf den Markt gehen und sich dort Köder kaufen. Ein kleiner Fischfetzen von Sardine, Anchovis, Makrele sind hervorragende Köder, da sie stark durften. Der beste Köder ist jedoch ein fingerlanger Streifen Tintenfisch (Kalmar).

Montagen zum Brandungsangeln

  • Klassische Laufbleimontage (bei normalen Entfernungen und kleineren und mittleren Fischen): schieben Sie das Flügellaufblei mit Plastikröhrchen auf die Hauptschnur, eine oder zwei Perlen puffern es vor dem Knoten. In den Wirbel hängen Sie das 0,18er bis 0,24er Vorfach. Bei ruhiger See in 40 Zentimeter Länge, bei bewegter See 1,20 Meter lang.
  • Weitwurfmontage: das Weitwurfblei (bei bewegter See ein Krallenblei) wird mit monofilem Seitenarm (bei ruhiger See 1,20 Meter, bei bewegter See 80 Zentimeter Länge) am Wirbel auf die Hauptschnur gezogen, zum Hauptschnurwirbel hin folgen eine Perle, Röhrchen, Perle Kombination zum Puffern. An den Wirbel kommt das 0,20er bis 0,26er Vorfach. Bei ruhiger See nehmen Sie das Vorfach in 80 Zentimeter Länge, bei bewegter See in 50 Zentimeter Länge.
  • Großfischmontage: fädeln Sie ein Anti-Tangle-Rohr mit einem Igelblei (Tropfenblei bei ruhiger See) auf die Hauptschnur und puffern Sie zum Wirbel hin mit 1 bis 2 Perlen. In den Wirbel hängen Sie das 0,22er bis 0,26er Vorfach; bei ruhiger See 1,50 bis 2 Meter lang, bei bewegter See 1 Meter lang.

Haken

  • kleine, dünndrähtige langschenklige Plättchenhaken: zum Aufziehen von langen und dünnen Würmern
  • langschenklige Ösenhaken / Wurmhaken: für dickere, fleischigere Würmer
  • Rundbogenhaken oder Circle Hooks: für kleine ganze Köderfische, Fischstücke, Tintenfische, Krabben, Muscheln und Schnecken

Rutenhalter

Stellen Sie nach dem Auswerfen die Rute in einen Rutenhalter, allerdings nicht senkrecht, sondern in einem Winkel von 45 Grad bis 60 Grad. Lassen Sie die Schnur ein wenig durchhängen und schalten Sie den Freilauf der Rolle ein. Durch den Neigungswinkel haben Sie eine Reserve für den Anhieb.

Bisse sind oftmals nur schwer auszumachen, mal ist es ein leichtes Zittern der Rutenspitze, mal ein flüchtiges Zupfen an der Schnur. Hat ein Fisch gebissen, lassen Sie ihn den Köder nehmen, straffen die Schnur und machen dann einen vorsichtigen Anhieb. Wenn Sie Circle Hooks einsetzen, machen Sie keinen Anhieb, sondern lassen den Fisch in die Schnurspannung schwimmen.

Wenn Sie die Selbsthakmethode bevorzugen, stellen Sie die Rute in den Rutenhalter, sorgen für einen kleinen Schnurbauch und legen den Freilauf NICHT ein. Der Fisch kann durch den Schnurbauch den Köder ohne Argwohn nehmen und hakt sich beim Wegschwimmen selbst.

Flussmündungen

Es bleibt nur noch ein Hot Spot zu erwähnen: Einmündungen von Flüssen und Bächen. Flüsse und Bäche bringen ein reichhaltiges Nahrungsangebot mit, weshalb es viele Fische dorthin zieht. Wenn Sie keine besondere Strukturen erkennen können, werfen Sie den Köder weit hinaus, dorthin, wo das Wasser tiefer wird. Vor allem die Abhänge sind fängige Stellen.

Aber auch auf kurze Distanz können Sie an Einmündungen erfolgreich sein. Suche Sie Stellen mit wechselnder Struktur, dort halten sich mehr Fische auf, dort sind sie geballter. Damit erhöhen sich natürlich die Fangchancen deutlich.

Lagunen

Westlich der Rhônemündung ist das Gebiet geprägt von zwei großen, flachen Lagunen, die nur durch eine schmale Öffnung Zugang zum offenen Meer haben. Das Wasser erwärmt sich im Sommer sehr stark, was der Fauna und damit dem Nahrungsangebot sehr förderlich ist. Dementsprechend hoch ist auch die Fischvielfalt.

Geangelt wird nicht nur in den Lagunen selbst, sondern besonders gerne in den Verbindungen zum Meer. Oftmals sieht man auch einheimische Angler, die in den Häfen Meeräschen und anderen Fischen nachstellen.

Zielfische sind eigentlich alle Fische, die eine gute Fischsuppe ergeben: Meeräschen, verschiedene Brassen, Seekarpfen und Wolfsbarsche, hier „Loup“ genannt. Sehr gut sind auch die Flußmündungen mit ihrem brackigen Wasser. Hier tummeln sich die Meeräschen und im August laichen die Wolfsbarsche. Sehr gute Stellen sind bei Sète, Agte und Valral-Plage.

Östlich der Rhônemündung sieht es ganz anders aus, hier ist es felsig mit teilweise kräftigem Bewuchs. Der Tang bietet den Fischen guten Schutz. Die vorgenannten Fischarten werden auch hier gefangen, im Mittel- und Oberwasser vor den Felsenküsten fühlt siich der Wolfsbarsch besonders wohl. Und in Felshöhlen lauern kampfstarke Conger.

Ausrüstung in Lagunen

Wenn Sie den kleinen Fischarten nachstellen wollen, nehmen Sie eine mittellange Rute von 3,60 bis 4 Meter, eine entsprechende Rolle und eine dünne Schnur, dazu eine leichte Pose, einen kleinen Haken und Brotstückchen oder kleine Fetzenköder. Auch die Grundausrüstung sollte fein gewählt sein, denn dicke Schnüre und große Haken machen die Fische mißtrauisch und stoßen sie ab.

Geht es auf Conger, brauchen Sie eine Rute von 3,50 bis 4 Meter mit sehr kräftigem Rückrat und eine sehr gute geflochtene oder monofile Angelschnur. Nach dem Anbiß müssen sie ihn sofort vom Boden losdrillen, sonst hängt er sich fest und geht verloren.

Bootsangeln

Auch Bootstouren werden im Mittelmeer angeboten. Beim Bootsangeln haben Sie die Wahl zwischen organisierten Fahrten vom großen Boot aus mit bis zu 50 Anglern auf die kleineren Fischarten, dem Angeln vom eigenen oder gemietetem Kleinboot aus oder dem Big Game Angeln auf Thunfisch und Hai, bzw. Little Big Game auf Bonito und Conger.

Ein Erlebnis der besonderen Art ist das Schleppangeln auf Zahnbrassen. Er wird bis über 1m lang und über 20 Pfund schwer. Gute Bestände gibt es vor allem noch um Korsika herum. Mit einer mittelschweren Bootsrute, 15 Kilogramm tragender Schnur und einem Stahlvorfach wird dieser Räuber mit Naturködern überlistet. Aber Vorsicht vor den messerscharfen Zähnen, auch nach dem Fang schlägt er wild um sich und zerfleischt alles, das ihm zwischen die Kiefer kommt.

Hotel Frankreich
Hotels und Restaurants gibt es in jedem Ort

Übernachtung

Der gesamte Mittelmeerraum ist touristisch gut erschlossen und bietet dem Urlauber eine reichhaltige Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten.

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