Meeresangeln in Dänemark - Bootangeln

Foto: Hans Joachim Franzen

Speed Jigging

Speed Jigging wurde ursprünglich in der asiatischen Berufsfischerei angewendet und hat sich inzwischen auch in der Big Game Angelei etabliert. Dort wird es in tropischen Gefilden angewandt, sowie im mediterranen Angelraum.

Mit großem Erfolg wurde Speed Jigging sogar in Norwegen ausprobiert. Die Zielfischarten dabei sind Köhler und Pollack, also pelagisch lebende Fische.

Die Angelmethode ist scheinbar einfach und in jedem Falle anstrengend. Der Köder, ein sehr schlanker Pilker, wird zum Grund abgelassen und mit höchster Geschwindigkeit wieder eingeholt. Ob Sie dabei nur einholen oder mit Rucken oder Schlägen mehr Leben in den Köder bringen, ist nicht eine Frage Ihrer persönlichen Vorlieben, sondern vor allem abhängig von der Lust und Laune der Fische. Wenn Sie mehrere Angler im Boot sind, probiert am Besten jeder eine andere Variante, bis die gefunden ist, die fängt.

Diese Angeltechnik erfordert spezielles Gerät. Die Ruten sind für das Angeln auf die nordeuropäischen Räuber mittelkurz, zwischen 2,40 und 3,00 m mit einer parabolischen Aktion. Die Wurfgewichte gehen je nach Strömungsverhältnissen und Wassertiefe von 50 g bis ca. 300 g. Wichtige Kriterien für die Rollen sind eine hohe Übersetzung - 6,1 : 1 - und eine stabile Achse. Egal ob Sie eine Stationärrolle bevorzugen oder die Multirolle, wählen Sie kein billiges Modell aus der Wundertüte, sondern setzen Sie auf höchste Qualität, denn Sie fangen damit keine Nemos sondern erwachsene Fische, die sich, einmal gehakt, erbittert zur Wehr setzen.

Die Schnurwahl ist u.a. eine Frage der persönlichen Vorliebe. Die geflochtene Schnur zeichnet sich aus durch eine hohe Tragkraft bei geringem Durchmesser, hat allerdings keine Dehnung. Das kann im Drill dazu führen, dass der Haken aus dem weichen Maul des Köhlers oder Pollacks ausschlitzt. Da ist die Dehnungsreserve der monofilen zwar durchaus von Vorteil, jedoch sorgt der höhere Durchmesser für mehr Strömungsdruck, was die Erfolgschancen mindern kann. Denn es ist wichtig, wirklich in der Vertikalen zu fischen, den Köder schräg durchs Wasser zu ziehen bringt weniger Bisse. Nehmen Sie nur rund geflochtene in 0,11 bis 20 mm oder eine gute Big Game Mono in 0,30 -0,40 mm.

Meine persönliche Vorliebe: geflochtene Schnur mit einem monofilen Vorfach erster Güte mit relativ wenig Dehnung, aber hober Abriebfestigkeit. Die Bremse meiner Multirolle stelle ich zur Kompensation der fehlenden Dehnungsreserven etwas leichter ein, damit minimiere ich die Zahl der Aussteiger.

Der Köder ist ein sehr schlanker Pilker, der sein Gewicht im unteren Bereich hat, bzw. mehr im mittleren. Durch die unterschiedliche Gewichtslage ergeben sich verschiedenen Bewegungsmuster beim Einholen bzw. in der Absinkphase. Die zuerst genannten sinken schnell zu Boden, mit ihnen wird die Wassersäule in Hochgeschwindigkeit durchzogen und durchfischt. Die zweite Sorte taumelt beim Absinken, mit ihr wird etwas abwechslungsreicher gefischt.

Zu den Farben: Blau-Silber und Grün-Silber imitieren Makrelen und Heringe, Schwarz-Silber einen kleinen Köhler. Und große Köhler fressen sehr gerne ihre kleinen Artgenossen. Bei Sonnenschein haben sich auch Orange-Gelbe und Rote Pilker bewährt.

Eine Besonderheit ist der Haken: beim klassischen Pilker hängt unten ein Drilling dran. Hier nicht, ein so genannter Assist Hook wird am oberen Ende angebracht. Dieser besteht aus einem stabilen Haken in Größe 2/0 bis 9/0 an einem sehr kurzen Vorfach in 150 lbs, das auch ein Stahlvorfach sein kann. Man unterscheidet zwischen "Simple Assist" und "Double Assist" Hooks. Dadurch, dass die Haken frei schwingen, besteht auch keine Gefahr, dass sich der Fisch aushebelt - ein klassisches Problem beim Einsatz von Drillingen direkt am Sprengring.

Die Angelmethode selbst klingt zuerst einmal recht trivial: ablassen und mit höchster Geschwindigkeit wieder einholen. Dem Räuber wird dabei ein fliehender Beutefisch vorgegaukelt. Allerdings verhalten sich Beutefische auch nicht jeden Tag gleich. Mal streben sie auf schnellstem Weg nach oben aus dem Gefahrenbereich der großen Räuber heraus, mal torkeln sie angeschlagen durchs Wasser oder bleiben zitternd stehen, um wieder Kraft zu sammeln oder weil sie in Panik errstarren.

Daher gibt es auch die unterschiedlichen Pilkerformen und die Aufgabe des Anglers ist es herauszufinden, wie sich denn jetzt gerade die Beutefische verhalten. Also ist auch hier Ausprobieren angesagt: die schlanke Form mit Speed einholen, die Form mit dem Schwerpunkt mehr in der Mitte einholen mit leichtem Abtaumeln zwischendrin, leichte Pilkbewegungen einbringen (ausschließlich senkrecht, kein seitliches Ausbrechen) oder auch einfach mal den Pilker in der Wassertiefe halten und durch Zittern der Rutenspitze in leichtes Vibrieren bringen (die erschöpfte Beute), mal zügig durchs Wasser ziehen, mal mit kurzen Stops.

Wenn sich der Räuber dazu entschließt, diesen Happen mitzunehmen, erlebt der Angler einen rasanten Biss. Zuerst wird einfach nur der Pilker in seinem Aufwärtstrend aufgehalten, Sekundenbruchteile später erfolgt die erste rasante Flucht, die der Angler keinesfalls versuchen sollte aufzuhalten, denn Schnurbruch und damit Fischverlust wäre die unweigerliche Folge. Die erste Flucht kann 50 und mehr Meter dauern, lassen Sie ihn ziehen. Erst wenn der Fisch stoppt, können Sie beginnen, ihn heran zu drillen.

Stellen sie vor dem Angeln die Bremse gut ein, so dass der Fisch Schnur abziehen kann, sich aber auch anstrengen muß dafür. Bei Verwendung von geflochtener Schnur ist es sinnvoll ein monofiles Schockvorfach von ca. 4-5m Länge vorzuschalten. Es puffert es die Schläge und Stöße im Drill, außerdem ist monofile Schnur abriebfester, was beim Fischen an Unterwasserhindernissen von Vorteil ist.

In Nordeuropäischen Gewässern fangen Sie im Mittelwasser Köhler und Pollack, sowie Seehecht und Makrele, über Grund gehen auch Dorsche an den Haken. Sind Sie in Mittelamerika oder Australien unterwegs, freuen Sie sich auf Thunfische wie z.B. der Hundezahnthun (Dogmouth Tuna), Grouper und Snapper. Die Fische in diesen Gewässern sind oftmals deutlich gewichtiger, 3-stellige sind eher Tagesordnung, als Ausnahme.


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